Gewerbeverband wählt Fabio Regazzi zum neuen Präsidenten

28. Oktober 2020 agvs-upsa.ch – Erstmals lenkt ein Tessiner die Geschichte des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv. Die Delegierten haben CVP-Nationalrat Fabio Regazzi am Gewerbekongress in Freiburg zum Nachfolger von Jean-François Rime (SVP) gewählt. Der sgv demonstrierte an seiner jährlichen Versammlung grosse Einigkeit und viel Selbstvertrauen.
 
sco. Das wichtigste Traktandum am Kongress war die Wahl von Nationalrat Fabio Regazzi an die Spitze des Dachverbands, dem auch der AGVS angehört. Es sei «Ehre, Verantwortung und Herausforderung in dieser schwierigen Zeit», sagte der Tessiner, der neben seiner Muttersprache Italienisch auch fliessend auf Französisch und Deutsch spricht. Regazzi bedankte sich ausdrücklich bei seiner Nationalratskollegin Diana Gutjahr (SVP), die im August ihren Verzicht auf das Präsidium bekanntgegeben hatte und damit eine Kampfwahl verhinderte.
 
In seiner Antrittsrede sagte Regazzi, dass Covid-19 eine grosse Herausforderung für die KMU bleibe. Er forderte raschen Zugang zu neuen Krediten vom Bund und eine Verlängerung der Kurzarbeit. «Und wir müssen nachbessern, wo dies nötig ist. Wo politische Entscheidungen getroffen werden, welche die KMU betreffen, da müssen wir ebenfalls am Tisch sitzen», erklärte Regazzi und drückte damit das Selbstverständnis dieses Verbands aus. Klar nahm der neue Präsident auch Stellung gegen ausufernde und wirtschaftsfeindliche Regulierungen. Bundesrat Guy Parmelin (der sich via Video-Grussbotschaft an die sgv-Delegierten wandte) wird dem Parlament im ersten Halbjahr 2021 diesbezüglich einen Bericht vorlegen.
 
Nach dem statutarischen Teil folgte ein Polit-Talk mit hochkarätigen Gästen. Unter der Leitung von Journalistin Christine Maier diskutierten Fabio Regazzi, die Nationalräte Jürg Grossen (GLP) und Peter Schilliger (FDP) sowie Marco Chiesa (SVP) und Andrea Gmür-Schönenberger (CVP), die beide im Ständerat politisieren.
 
Auf seinen Fokus als Präsident des Gewerbeverbandes angesprochen, antwortete Regazzi ausgesprochen staatsmännisch. Zunächst gehe es um eine Priorisierung der Anliegen des sgv: «Das wird ein grosses Thema und bedingt den Einbezug des Vorstands, der Gewerbekammer und auch der Basis.» Er wolle auch die Zusammenarbeit mit den anderen Wirtschaftsverbänden suchen. «Bei bedeutenden Themen müssen wir uns einig sein.» Regazzi betonte die Gemeinsamkeiten, welche die Unterschiede weit überwiegen: «In 80 Prozent aller Fälle sind sich die Wirtschaftsverbände einig.»
 
CO2-Gesetz: sgv unterstützt Unterschriftensammlung
 
Die Gewerbekammer des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv spricht sich für eine Unterstützung der Unterschriftensammlung für das Referendum gegen das CO2-Gesetz aus. Das Gesetz setzt auf neue und höhere Abgaben, Technologieverbote und Subventionen, was mit den politischen Forderungen des sgv inkompatibel ist. Des Weiteren fasste der sgv sowohl zur Volksinitiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten» als auch zur Konzernverantwortungsinitiative einstimmig die Nein-Parole. Die Konzernverantwortungsinitiative sei wohl «gut gemeint», sagte sgv-Präsident Fabio Regazzi am Gewerbekongress in Freiburg. «Aber sie ist als Instrument nicht praktikabel. Die Initiative ist schlecht formuliert, gefährlich und schädlich.» Vor allem die Umkehr der Beweislast bei möglichen Verstössen sei ein «juristisches Monster», warnte der Tessiner.
 
Ebenfalls einstimmig spricht sich die Gewerbekammer mit der Ja-Parole für das Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E-ID) aus.

 
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