«Unsere Philosophie basiert auf traditionellen, klassischen Werten»

Die Carrosserie-Mitarbeitenden mit Leiter Gianluca Zarlenga (Vierter von links) posieren für AUTOINSIDE.

10. Oktober 2018 agvs-upsa.ch – Das Westschweizer Autocenter Emil Frey AG in Crissier zählt seit 1994 zu den gefragtesten Adressen in der Westschweizer Garagistenlandschaft. In diesem wahren Bienenstock bleiben Herausforderungen nicht aus und es mangelt nicht an Projekten. Und zwar in allen Tätigkeitsbereichen, einschliesslich der Carrosserie.
 
JPPW. Häufig sind die Eindrücke, die man von der ersten Begegnung mit einem Ort oder mit einer Person erhält, prägend und bleibend. Fährt man durch das Eingangstor des Westschweizer Autocenters Emil Frey in Crissier, drängt sich dem Besucher gleich das Bild eines Bienenstocks auf. Ein Bienenstock, wo alle für den reibungslosen Ablauf dieses Grossbetriebs notwendigen Tätigkeitsbereiche perfekt ineinandergreifen und vom stetigen Kommen und Gehen der Fahrzeuge bestimmt werden. Inmitten dieses geschäftigen Treibens setzen sich die Mitarbeitenden täglich dafür ein, die Versprechen zu erfüllen, die Emil Frey 1935 höchst persönlich in einem Schreiben an die Kunden abgegeben hat.

Der Gründer der Unternehmensgruppe versprach eine hervorragende Qualität zu fairen Preisen, einen schnellen und gewissenhaften Service sowie sorgfältige und präzise Reparaturen. Der damalige Firmenchef unterschrieb seinen Brief mit «Emil Frey, Mechaniker», was die von ihm kultivierte Bescheidenheit und Zurückhaltung zeigt. Diese Versprechen und seine Bescheidenheit prägen noch heute die Philosophie des Unternehmens. «Bei uns gelten immer noch klassische, traditionelle Werte», erklärt Thomas Schmutz, der Geschäftsführer von Emil Frey Crissier. Die Gruppe profitiere von einem sehr guten Image, mit einem etwas deutschschweizerischen Einschlag, meint der geborene Freiburger. «Das ist aber nicht negativ gemeint. Der Westschweizer Kunde weiss die deutschschweizerischen Qualitäten zu schätzen.»

Ausbeulen und Reparaturen ohne Lackieren: Das gehört zum Angebot der Carrosserie am Standort Crissier.

Ein Top-Carrosseriewerk
Fragt man Geschäftsführer Thomas Schmutz, warum das am Standort Crissier integrierte Carrosseriewerk auf der Unternehmenswebsite als «ultraperfektioniert» bezeichnet wird, antwortet er ohne Zögern: «Diese Bezeichnung beschreibt die Mentalität aller Mitarbeitenden im Bereich Carrosserie. Die Abteilung zählt zurzeit 31 Mitarbeitende, einschliesslich der Lernenden. Wir versuchen, diese perfektionistische Mentalität bei uns einzuführen. Denn wenn ein Kunde sein Fahrzeug nach einer Reparatur in der Carrosseriewerkstatt abholt, möchte er, dass es wie neu ist. Gerne vergleichen wir dies mit der Arbeit eines Chirurgen, der Ihnen wegen einer Fraktur den Arm operiert. Nach einer Operation ist nicht alles wieder neu. Aber es wurde repariert und muss wie vorher funktionieren, wobei so wenig Spuren wie möglich hinterlassen werden.»

Die Carrosseriewerkstatt war bereits Teil des 1994 eröffneten Autozentrums. Seine jüngste Entwicklung erfuhr das Zentrum 2016 mit der Einweihung eines neuen Werkstattbereichs, insbesondere zur Behandlung von Aluminium, einem Werkstoff, der immer wichtiger für die Branche wird. «Unsere Leute sind speziell für die Arbeitstechniken dieses Materials geschult», erklärt Gianluca Zarlenga, der Leiter der Carrosseriewerkstatt. 

«Wir sind zwar nicht die Einzigen, aber es ist bei Weitem nicht die Regel. Wir verfügen zudem über eine Richtbank, die wir einsetzen, wenn das Fahrwerk verzogen ist, über vier Farböfen und mehrere Boxen für Spot-Repair-Arbeiten.» Die wichtigste Herausforderung für den Leiter ist das kontinuierliche Streben nach einem ausgewogenen Team. «Ich versuche ständig, ein Team von gut ausgebildeten Mitarbeitenden zu schaffen und zu halten, das so solidarisch und zuverlässig wie möglich ist», führt der Leiter der Carrosseriewerkstatt von Emil Frey Crissier aus.

In einem vollständig hierfür vorgesehenen Gebäude wird der Kunde von A bis Z von Spezialisten der verschiedenen Bereiche dieser modernsten Carrosseriewerkstatt betreut. Kein Weg geht zunächst am Empfang vorbei, an dem die Anmeldung erfolgt und die vorgesehenen Reparaturen dem Kunden im Detail erklärt werden. Somit gibt es für ihn keine Überraschungen, weder beim Abholen des Fahrzeugs noch beim Erhalt der Rechnung. Auf Transparenz wird stets grossen Wert gelegt. 


Thomas Schmutz, der Geschäftsführer von Emil Frey Crissier, vor der Baustelle des künftigen Gebrauchtwagenzentrums und BMW-Mini-Showrooms.


Dreifache Qualitätskontrolle
Sobald das Fahrzeug registriert ist und die Reparaturen geplant sind, übernimmt die Spenglerei das beschädigte Fahrzeug. Die erforderlichen Arbeiten werden vorgenommen, und das Fahrzeug wird an die Lackierexperten weitergegeben. Nach abschliessender Reinigung und Politur steht es wieder zur Abholung bereit. Selbstverständlich erfolgt eine Qualitätsprüfung der durchgeführten Arbeiten, und zwar in drei Schritten: «Wir stellen einen Qualitätsservice sicher, indem wir die Übermittlung der notwendigen Reparaturen gewährleisten», führt Gianluca Zarlenga aus.

«Timur Durous, unser Werkstattleiter, stellt sicher, dass die Spengler alle erforderlichen Informationen erhalten. Nachdem die Spengler die notwendigen Arbeiten abgeschlossen haben, erfolgt eine erste Kontrolle. Gleiches gilt für die Lackierer. Abschliessend wird eine dritte Kontrolle nach der Reinigung und vor der Abholung des Fahrzeugs durch den Kunden durchgeführt.»

Der Grossteil der Fahrzeuge, die von der Carrosseriewerkstatt der Garage Emil Frey in Crissier betreut werden, sind nicht älter als drei Jahre. Die meisten Fahrzeuge aller Marken sind deshalb mit den neusten Technologien (Materialien und Ausstattungen) ausgerüstet. Auch die Art und Weise, wie Schäden behoben werden, hat sich stark weiterentwickelt. Eine der speziellen Techniken, durch welche die zu behandelnden Oberflächen reduziert und bestimmt werden, ist das Ausbeulen ohne Lackieren, was auch zeitsparender ist. «Unserer Mitarbeitender Bajram Jakaj ist bei uns auf diese Art Reparatur spezialisiert», erklärt Gianluca Zarlenga weiter. «Im Vergleich zu einer herkömmlichen Reparatur geht es so viel schneller. Dadurch wird die Reparatur für den Kunden und die Versicherung günstiger. Dies ist auch der Fall bei Spot-Repair-Arbeiten.» Lackschäden können so behoben werden, ohne dass das gesamte Fahrzeug lackiert werden muss.

Die Lackierer versuchen, das geeignetste Mittel zu finden, damit die Übergänge zwischen den beschädigten Stellen und dem Rest so dezent wie möglich sind. «Das ist vor allem am unteren Teil der Carrosserie möglich», erklärt der Leiter. «Mitten auf der Motorhaube zum Beispiel könnten sie sichtbar bleiben. Trotzdem ermöglicht diese Technik in vielen Fällen, die Kosten für eine Reparatur einer Stossstange von durchschnittlich 800 Franken auf 300, 400 Franken zu senken.»

Vertrauensverhältnis
Wie erwähnt, spielt die Versicherung bei der Wahl der Reparaturtechniken ebenfalls eine Rolle, vor allem hinsichtlich der Kosten. Dagegen sind die Zeiten vorbei, in denen nur ein Carrosserieexperte den Schaden feststellen konnte. Zumindest, wenn das verunfallte Fahrzeug zu Emil Frey Crissier gebracht wird. «Wir sind genausogut ausgerüstet wie die Experten», sagt Gianluca Zarlenga. «Wir setzen dieselben Werkzeuge ein. Mit der Zeit konnten wir ein Vertrauensverhältnis zu den Versicherungen aufbauen. Zunächst reicht eine «Fotorechnung», die um eine detaillierte Liste der Teile und der von meinem Team durchgeführten Arbeiten ergänzt wird. Mit dieser Lösung gewinnen alle.»

Die Carrosserie-Mitarbeitenden prüfen ein Teil. Im Hintergrund erkennt man den Raum, in dem die Lacke vorbereitet werden.

Gibt es bei einer so gut ausgerüsteten Carrosseriewerkstatt überhaupt noch Entwicklungspotenzial? «Wir haben immer den Eindruck, unseren Umsatz mithilfe interner Prozesse steigern zu können», erklärt Geschäftsführer Thomas Schmutz. «Wir verfügen zum Beispiel über eine Mietwagenstation von Hertz. Wir haben festgestellt, dass dort auch einiges an Reparaturen anfällt. Daneben ist die gesamte Gebrauchtwagenbranche absolut auf einen leistungsfähigen Carrosserieservice angewiesen, um die übernommenen Fahrzeuge fit zu machen.»

Ausbildung im Wandel
Die Carrosserie ist eine Branche, die sich ständig im Wandel befindet. Mit den technologischen Fortschritten und den neuen Materialien müssen die Ausbildungsleiter auch die Schulungen für ihre Lernenden ständig anpassen. Selbstverständlich bilden Spengler- und Lackierarbeiten weiterhin die Grundlage.

Die Lernenden von heute müssen aber auch elektronische Sensoren der Assistenzsysteme neu kalibrieren können, zum Beispiel die adaptive Geschwindigkeitsregelung. Sie müssen auch geschult werden, mit verschiedensten Werkstoffen zu arbeiten, wie Carbonfaser, thermoplastische Stoffe oder auch Aluminium. Diese anspruchsvolle Schulung beinhaltet drei Schwerpunkte: die schulische Grundausbildung, die an Berufsfachschulen stattfindet, die Zusatzausbildung FCR in Moudon sowie die tägliche Arbeit in der Carrosserie. «Wir legen sehr viel Wert auf die Perfektionierung unserer Lernenden», erklärt Thomas Schmutz.

«Es ist unerlässlich, dass wir uns auf wirklich qualifiziertes Personal verlassen können.» Der Geschäftsführer freut sich bereits darauf, 2019 das 25-Jahr-Jubiläum der Garage Crissier zu feiern. Mehrere wichtige Events werden während des gesamten, für das Unternehmen bedeutsamen Jubiläumsjahrs stattfinden. 

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